Christine LU. Surma
Mensch und Hund in Beziehung
Entenfamilie

Brut-& Setzzeit: eine Chance für Hund wie Mensch die Natur zu feiern!

Vor wenigen Tagen war ich mit meinen Hunden im Wald unterwegs. Eine kleine Kröte überquerte vor uns den Weg. Verweilte kurz, und wackelte dann weiter in die sichere Feuchtigkeit eines kleinen Tümpels…

Als Hunde-Mensch ist dir die Brut-und Setzzeit bestimmt ein Begriff, oder?

Diese Zeit bringt eine Leinenpflicht für Hunde mit sich. Leider überwiegend kommuniziert als Leinenzwang. Was nicht unbedingt eine positive Assoziation in den Menschen erzeugt. Vielleicht spürst du sogar einen gewissen inneren Widerstand? Eigentlich schade, denn die Gründe dafür deinen Hund in dieser Zeit an der Leine zu halten, sind positiv: Tierschutz. Zudem birgt dieser Umstand durchaus auch Beziehungs-Chancen für dich und deinen Hund.

Warum Leinenpflicht?

Die Brut- und Setzzeit beschreibt die Zeit, in der die Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Um sie zu schützen gilt in vielen Bundesländern in dieser Zeit die Leinenpflicht im Feld, Wald und an Gewässern.

Die Brutzeit beschreibt hierbei die Zeit, in der Vögel brüten, sprich die gelegten Eier warm halten. Die Setzzeit meint die Zeit, in der Haarwild (Beispielsweise Füchse, Rehe, Dachse ezc.) Nachkommen bekommt. Da auch unsere heimischen Tierarten immer mehr aussterben, gibt es in gewissen Zeiten gesetzliche Regelungen, die die Aufzucht der Jungtiere besonders schützen sollen.

Unterschiedliche Regelungen

Die Regelungen zur Leinenpflicht unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.  Teilweise gibt es sogar  innerhalb der Kommunen noch unterschiede. Dort, wo keine spezielle Brut- und Setzzeit ausgewiesen ist, gilt in der Regel jedoch sogar ganzjährig Leinenpflicht. Von dieser Warte aus gesehen können wir also dankbar sein, wenn sie uns nur im Frühjahr betrifft.

Wenn du also, beispielsweise um Ostern herum, eine Wanderung oder einen Urlaub außerhalb der eigenen Region planst, informiere dich vorher über die dortigen Regelungen zur Leinenpflicht.

Übrigens werden bei Nichteinhaltung der Leinenpflicht saftige Bußgelder verhängt. Auch diese unterscheiden sich in ihrer Bemessung teilweise erheblich von Bundesland zu Bundesland.

Viele Hunde hören gut, und sind zuverlässig abrufbar. Auch wenn das für deinen Hund gilt, und er nicht selbstständig jagen geht, ist es aktiver Tierschutz, deinen Hund in dieser Zeit an der Leine zu führen. Allein seine Anwesenheit kann Wildtiere in Stress versetzen, sodass Rehe und Hasen aufgrund des fremden Geruchs ihren Nachwuchs aufgeben oder Vögel ihr Nest verlassen. Die Jungtiere sind dann schutzlos sich selbst überlassen.  Zuviele überleben nicht. Auch für deinen Hund kann es gefährlich werden, wenn eine Bache die Wildschwein-Frischlinge verteidigt.

Einladung zum Perspektivwechsel

Auch an dieser Stelle finde ich es überaus hilfreich und sinnvoll einen Perspektivwechsel zu vollziehen: Weg von Verbot und Zwang. Sich beschnitten fühlen in der eigenen Freiheit etc.. diese Haltung führt zu innerem Widerstand, nicht zur Freiheit und Freude. Wie wäre es stattdessen mit einer inneren Bereitschaft zum Naturschutz. Kannst du in die Selbstverantwortung gehen, und es als deine heilige Pflicht begreifen, die Natur zu schützen, und alle die in ihr leben?

Du und dein Hund ihr seid ein lebendiger Teil davon. Vielleicht kommt dein Hund, so wie die Meinen, sogar auch aus dem Tierschutz?

Vorschlag: Könntest du die Leinenpflicht auch zum Vorteil für die Beziehung zu deinem Hund begreifen? Andere Menschen müssen ihre Hunde eben auch anleinen. Was zur Folge hat, dass..

  • Die Frequenz der ungebetenen „Der-will-nur-spielen-Begegnungen“ automatisch reduziert wird.
  • Du viele Möglichkeiten bekommst deine Strategien für Hundebegegnungen an der Leine mit fremden Mensch-Hund-Teams zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen und zu festigen.
  • Du an Themen wie Frustrationstoleranz deines Hundes (und deiner Eigenen!) zu arbeiten.
  • Dich in Achtsamkeit und Freude über die Verbindung zu deinem Hund zu üben.
  • Du vermehst wahrnehmen kannst, was dein Hund wahrnimmt.
  • Du kreativ werden darfst mit Ersatzjagd an der Leine.

Frische Impulse

Hier findest du drei Möglichkeiten von mir, die ich dir mit auf den Weg geben möchte. Gestalte die Zeit der Leinenpflicht bewusst für dich und deinen Hund:

1. Ab aufs Rad! Mit dem Fahrrad kannst du Strecke machen, und deinem Hund auf diese Weise die Möglichkeit geben sich zu bewegen. Es sollte selbstverständlich für dich sein, dass so eine Tour nicht ins Leere führt, sondern verknüpft wird mit einem sinnvollen Ziel: Beute machen! Beispeilsweise einer Ersatzjagdt am Wasser, in der Nähe der Eisdiele oder auf einem Parkplatz.

Bitte achte sorgsam darauf, dass du so langsam radelst, dass dein Hund im lockeren Trab an der Leine nebenher laufen kann. Keine Sprints, keine Hetzerei. Sonst kann er nichts mehr um sich herum in sich aufnehmen. Mit zunehmender Wärme ist das ohnehin Unsinn.

Voraussetzung: dein Hund ist physisch gesund, und ist weder Senior noch Welpe. Noch hat er anderweitige, gesundheitliche Einschränkungen, die dagegen sprechen.

2. SINNvolle Beschäftigung an der Leine! Häufig erlebe ich, dass Hunde (oft auch deren Mensch!) die Leine mit Langeweile verknüpfen, sie als Muss empfinden, über wenig positive Verbindungen damit verfügen. Häufig sogar Stress damit erleben.

Das Ableinen hingegen, steht für Freude, Freiheit etc.. Nimm diese Zeit für euch gern wahr um genau das zu verändern. Verbindet die Leine mit spannenden Abendteuern und Aktivitäten, die deinen Hund wirklich interessieren und euch gemeinsame Buddy-Momente schenken. Beispielswiese Fährtenarbeit.

3. Leinenabbau anbahmen! Für Fortgeschrittene Mensch-Hund-Teams. Wenn du perspektivisch auch mal ohne Leine unterwegs sein möchtest, kannst du jetzt damit beginnen, deinen Hund daran zu gewöhnen in deinem Radius zu bleiben. Dazu behälst du das Ende der 5m Leine in der Hand, und kommunizierst körpersprachlich mit deinem Hund. So kannst du ihn führen, dass er bei dir bleibt, wenn ihr anderen Menschen, Hunden oder Wild begegnet.

Er zieht?

Gleichen eure Ausflüge an der Leine noch eher einem Tauziehen? Gegeneinander statt einem ent-spannten miteinander? Dann ist dies eine gute Zeit, um sich wertvolle Unterstützung zu holen, und diese Zeit aktiv für eure Weiterentwicklung hin zum Miteinander zu nutzen.

Porträt Christine LU. Surma

Autorin: Christine LU. Surma

Ich unterstütze Menschen dabei, eine echte Beziehung zu ihrem Hund aufzubauen. Für ein entspanntes Miteinander, eine klare Kommunikation und tiefes Vertrauen.
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