Christine LU. Surma
Mensch und Hund in Beziehung

Beziehungsaufbau mit Welpen – 5 praxisnahe Impulse für eine entspannte Welpenerziehung

Die Welpenzeit ist eine WUNDERbare Phase, aber sie ist auch anstrengend für Mensch wie Hund. Warum? Weil es um Erziehung geht. Darüber zu sprechen, zu lesen oder Videos zu schauen ist einfach. Wie aber geht Erziehung konkret für dich und deinen Welpen? Welche Überlegungen darfst du dabei anstellen. Wie hast du bisher überhaupt darüber nachgedacht?

So gut wie Jede:r hat RatSCHLÄGE für dich parat. Die sind häufig nicht hilfreich. Zudem erzeugen sie  nicht selten ein enormes Durcheinander in deinem Kopf. Das wiederum  fühlt sich, verständlicherweise, ziemlich überfordernd an.

Einen Hund, insbesondere einen Welpen, in dein Leben zu holen, ist eine Entscheidung. Die sollte ein Fegühl von Freude in dir auslösen. Dafür habe ich fünf Impulse für dich, damit du dich entspannen kannst. Dein kleiner Welpe gleich mit. So wird er zu einem tollen Hund heranwachsen können (der er ohnehin bereits ist!).

Impuls 1: Action, spielen, ausLASTEN  –  Wie wäre es mit Ruhe lernen und ganz viel schlafen!

Ruhe schafft Sicherheit und ermöglicht fokussiertes Lernen.

Begriffe wie Auslastung, Hundekontakte zum Spielen und Sozialisierung fallen häufig direkt, wenn es darum geht, was ein Welpe braucht.

Darüber kannst du gerne nachdenken, und natürlich sind das wichtige Themen.

Zum Erstaunen der aller – ist es der Schlaf, der für mich elementar erscheint! Soviele Eindrücke, Reize und Erlebnisse hat dein Welpe täglich zu verarbeiten. Sein Nervensystem reift noch. Daher darf er erst einmal von dir lernen, wie in die Ruhe finden geht.

Schlafen ermöglicht Erholung und Verarbeitung des Erlebten. Das wirkt der Überforderung deines Welpen entgegen. Sein System kann während der Ruhepausen neue Energien mobilisieren, um überhaupt lernen zu können. Dafür braucht er natürlich Konzentration. Außerdem soll er sich das neu Erlernte ja auch langfristig merken können. Ruhe und Schlaf wirken also einer möglichen Überforderung deines Welpen entgegen. Erhöht seine Konzentrationsfähigkeit, so dass er sich Neues gut merken kann.

Kleine Hunde sind ständig dabei die Welt zu erkunden. Um deinem kleinen Neuling dabei zu helfen, dass es jetzt an der Zeit ist, eine Pause einzulegen, hilft es ihm, wenn er räumlich begrenzt wird.

Zum Beispiel kannst du ein Kindergitter anbringen oder eine Box aufstellen. Damit schränkst du den Bewegungsradius ein, und ermöglichst deinem Welpen in die Ruhe zu finden. Das vermittelt ihm zusätzlich Sicherheit.

Impuls 2: Aufmerksamkeit und Orientierung – Du als Vorbild

Dein Welpe schaut zu dir, um Orientierung und Sicherheit zu finden.

Das ist, was wir wollen. Doch ist dem auch so? Schaut dein Welpe wirklich nach dir, oder eher du nach ihm? Warum sollte er sich an dir orientieren? Weil du dich verhalten solltest, wie das Vorbilder eben tun.

Als sozialer Beutegreifer hat dein Hund teilweise andere Bedürfnisse, als ein Menschenkind. Das zu akzeptieren macht Sinn, und ermöglicht es dir, immer wieder die Welt durch die Augen deines Hundekindes zu sehen.

Wahrnehmen was dein Hund wahrnimmt, hilft dir als Mensch wirksam für deinen Welpen einzustehen. Vorausschauend  zu handeln, und Umsicht walten zu lassen. Dann wird dein Welpe sich dir mehr und mehr anvertrauen können. Er macht immer wieder die Erfahrung, dass du für seine Sicherheit aktiv Sorge trägst.

Dein Welpe möchte seine Bedürfnisse befriedigen und sehnt sich nach einem festen Platz im Rudelverband. Da ist aber noch etwas: Zusammen mit seiner sozialen Gruppe, also mit dir, möchte er gemeinsame Ziele verfolgen und erreichen. Er braucht Möglichkeiten sich zu entfalten und neues zu entdecken. Dein Welpe darf sich, mit deiner präsenten Begleitung, ein Bild von der Welt machen. Das bedeutet auf Erkundungstour gehen, um Neues zu erfahren. Du schenkst ihm dafür einen sicheren Rahmen. Schritt für Schritt in die Welt gehen, und nicht alles auf einmal.

Ruhepausen und Schlaf sind auch hier von großer Bedeutung für die gesunde Entwicklung deines Hundekindes.

Impuls 3: Klarer Fokus – wofür üben wir wirklich?

Prioritäten setzen, damit der Welpe versteht, was in eurem gemeinsamen Leben sinnvoll ist.

Die Welt ist ein einziges Lernfeld für so einen kleinen Welpen. Du bist seine Bezugsperson. Du darfst dich also fragen: was braucht mein Hundekind tastächtlich für sein Leben?

Was braucht dein Welpe, um sich auf dich einzulassen, und sich zu binden? Für mich ist Vertrauen die Basis von allem. Genau hier sollte der Fokus liegen. Denn für Erziehung braucht es Beziehung. Daraus wächst sichere Bindung.

Außerdem sollte dein Welpe mit vielfältigen Umweltreizen in Kontakt kommen. Nur wenn er sie kennenlernen darf, kann er sich zu einem selbstsicheren Hund entwickeln. Ein solcher Hund hat die Chance in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen.

Für den Selbstwert deines Welpen ist es wichtig, dass er das Gefühl hat, lebenspraktische Fähigkeiten zu lernen, die ihm in seinem Leben als sozialen Beutegreifer wirklich von nutzen sind.

Nimm auch hier die Perspektive deines Welpen ein, damit die Dinge die du mit ihm tust, auch wirklich einen hündischen Sinn ergeben.

Auch wenn es Menschen oft nicht gefällt: Jagd, also Nahrungserwerbsverhalten, findet dein Hund sinnvoll. Hab keine Angst davor. Nutze es stattdessen, um deinen Welpen fair und hündisch zu erziehen.

Impuls 4: Spielerisches Lernen – Freude statt Druck

Betrachte Lernen als Spiel.

Kein Hirn lernt freudlos. Dein Welpe lernt am leichtesten, wenn er dabei Freude empfindet. Teilt ihr beide sie, ist das nicht nur ungleich schöner, sondern auch nachhaltiger.

Druck und Erwartungen führen zu Stress. Nichts, was du für deinen kleinen Schützling willst. Dein Welpe darf die Welt spielerisch und mit dir gemeinsam entdecken.

Wie wäre es, wenn du als gelassenes Beispiel für deinen Kleinen vorangehst. Deine Haltung zur Welt die euch umgibt, ist maßgeblich für deinen Hund. Es hat Auswirkungen auf ihn, wie du die Dinge wahrnimmst, und auf sie reagierst. Signalisiere ihm, dass alles weniger gefährlich ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Wenn du entspannt und positiv bleibst, dann wirkt sich das auch auf deinen kleinen Freund aus.

Dein Welpe sollte dich immer auf dem Schirm haben (Orientierung!). Er sollte sich jederzeit willkommen fühlen, und dich als seinen sicheren Hafen jederzeit ansteuern dürfen, wenn er unsicher ist, und deine Hilfe benötigt. Du bist sein Leuchtturm. Mit diesem guten Gefühl kann er die Welt offen und voller Neugier erkunden.

Impuls 5: Maßhalten und regelmäßige Reflektion

Qualität vor Quantität; Rhythmus und Tempo auf den Welpen abstimmen.

Wie lautet dein Resumee?  Du lässt deinen Welpen einfach viel schlafen, denn dann kannst du ihm auch ganz viel Input zumuten? Irrtum! So würde er sich nichts Neues merken können, und er zudem  furchtbar überfordert sein.

Welpen sind, genau wie du und ich, verschieden. Deswegen kann es auch hier keine allgemeingültigen Aussagen darüber geben, wieviele Eindrücke ein Welpe auf einmal verarbeiten kann. Das hängt von mehreren Faktoren ab.

Je nach Verhalten von deinem Welpen kannst du jedoch ganz gut einschätzen, wann es zu viel war. Reagiert er beispielsweise sehr aufgedreht, gestresst, unkonzentriert und kommt schlecht zur Ruhe, dann können das Anzeichen dafür sein, dass es zu viel war.

Es kann aber auch passieren, dass dein Welpe, einfach seinen Kopf vergräbt und nicht mehr hinschauen mag. Das kann von außen betrachtet erstmal entspannt wirken. Innerlich aber kämpfen diese kleinen Hunde mit der Situation.

Deswegen bitte ich dich, dein Feingefühl zu schulen. Es ist wichtig, dass du deinen Welpen genau beobachtest, um seine individuellen Zeichen der Anstrengung und Überforderung früh zu erkennen.

Für dich zum Mitnehmen

Damit es dir an dieser Stelle nicht zuviel wird, mach einfach eine Pause. Atme tief durch, verarbeite das Gelesene erst einmal.

  • So kompliziert ist Welpenerziehung gar nicht, jedoch bewusst sollte sie erfolgen (wie alles andere auch!)
  • Genieße diese so besondere Zeit des Kennenlernens und werde zum sozialen Vorbild für deinen Welpen.
  • Gönn dir und deinem Welpen immer wieder Pausen.
  • Nimm dir jeden Tag Zeit, um in deine Klarheit zu finden, was du für deinen Welpen und eure Beziehung langfristig erschffen möchtest.
  • Stubenreinheit, Abgrenzung, alleine bleiben und Autofahren sollte dein Welpe, aus meiner Sicht,  unbedingt lernen.

Du möchtest noch mehr Lesestoff? Schau gern hier.

Wenn du tiefer gehen möchtest, und dir eine individuelle Begleitung wünscht, bin ich gerne für dich und deinen Welpen da.

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Porträt Christine LU. Surma

Autorin: Christine LU. Surma

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